Landesmeisterschaften Bahn / Jan Radermacher siegt in Oberhausen-Rück / Patrick Oeben Sechster in Longerich

Albert-Richter-Bahn, Köln, 22.05.2010:

Jan RademacherJan RademacherJan Radermacher und Patrick Oeben gingen in Vorbereitung auf die Deutschen Bahnmeisterschaften im Juli bei den Landesmeisterschaften der Männer Elite an den Start. In der 1er Verfolgung über 4000m setzte Oeben bei windigen Verhältnissen im Oval die Marke bei 5:02 min. und sicherte sich damit den Sieg. Im Punktefahren, beim dem auch Teamkollege Jan Radermacher mit von der Partie war, fuhr er gewohnt aggressiv und sicherte sich mit einem Rundengewinn und 38 Punkten auf seinem Konto den zweiten Titel an diesem Tag.
Radermacher, dem der Rundengewinn nicht gelingen wollte, konnte ebenfalls einige Wertungspunkte für sich verbuchen, die ihm am Ende den dritten Platz bescherten.

Oberhausen-Rück, 23.05.2010:
Jan RademacherC-Klasse: Was an einem Tag nicht klappt, geht vielleicht am nächsten, dachte sich Jan Radermacher, der auf der Bahn wohl Blut geleckt hatte. Beim traditionsreichen Rennen in Oberhausen-Rück setzte er sich auf 60 Kilometern der Konkurrenz auf einem Kurs aus, der im eigentlich gar nicht so richtig liegt. Es lief besser als erwartet und er nahm den giftigen Anstieg gut in Angriff. Acht Fahrer setzten sich ab und alles schien gelaufen. Als es ca. 500m vor Ende des Rennens zum Zusammenschluss kam, witterte Radermacher, mit dem auf der Zielgeraden immer zu rechnen ist, seine Chance und setzte sich in einem grandiosen Finale gegen die Kontrahenten durch. Der Sieg freute den Mann aus Grevenbroich in zweifacher Hinsicht. Zum einen bedeutete er den begehrten Aufstieg in die B-Klasse und zum anderen klingelte mit einer üppigen Siegprämie die Kasse hörbar.

KT/A/B-Klasse: Eine Minute Vorsprung gab die Jury den 80 Fahrern der B-Klasse, bevor das 130 Mann starke Fahrerfeld der KT- Oberhause-Rückund A-Klasse das Rennen über 120 Kilometer aufnehmen durften. Es sollte nur eine Frage der Zeit sein, wann die B-Fahrer gestellt würden. Aber es kam anders und das Rennen nahm einen völlig verrückten Rennverlauf. Die B-Fahrer, darunter Yannick Bok, Patrick Oeben und Willi van der Sande zogen mächtig am Horn, während sich die A-Fahrer auf eine Art „Kaffeefahrt“ begaben. Der Vorsprung betrug nahezu vier Minuten. Aus dem B-Fahrerfeld hatten sich drei Fahrer absetzen können, die ihre Führung stetig ausbauten. Versuche – auch der EGN-Fahrer -, zum Spitzentrio aufzuschließen bzw. hinzuspringen verliefen im Sande.
Dahinter lösten sich zwei Gruppen aus dem Fahrerfeld der A-Fahrer, die später zu einer verschmolzen, in der auch Frank Lütters vertreten war. In Runde 22 von 30 zu fahrenden machte das Feld dann hinten richtig Druck und der Vorsprung schmolz von Runde zu Runde dahin. Zuerst wurde die Gruppe um Lütters geschluckt und zwei Runden vor Schluss auch die der B-Fahrer, die sich bis zu diesem Zeitpunkt heftig gewehrt hatten. Das Tempo wurde forciert, um auch die restlichen Ausreißer noch zu stellen, und viele Fahrer mussten dem Anstieg, den sommerlichen Temperaturen und dem hohen Tempo Tribut zollen. In der letzten Runde setzte sich nochmals eine kleine Gruppe ab, die nicht nur die Führenden einholte, sondern auch den Sieg unter sich ausmachte. Frank Lütters, Tobias Sydlik und Willi van der Sande erreichten im Hauptfeld das Ziel eines total verrückten Rennens mit dem so wohl niemand gerechnet hätte.

Köln-Longerich, 24.05.2010:
A/B/C-Klasse: 250 Fahrer standen am Start des stark besetzten traditionellen Rennens der „Cologne-Classic“ am Pfingstmontag in Longerich. Der Sprecher bemerkte scherzhaft, als er über die Vielzahl der Helme sah, dass sich der erste Fahrer wohl schon auf der Zielgeraden befinde, während sich der letzte gerade auf die 66 Kilometer lange Reise begibt. Die beiden B-Fahrer Patrick Oeben und Jan Radermacher fanden sich im großen Pulk der Rennfahrer, die teilweise mit den kompletten Teams am Start waren, schnell zurecht. Als sich zu Beginn fünf Fahrer absetzten, wollten die beiden zu der Gruppe hinfahren, Köln-Longerichwurden aber von einem Fahrer aus dem Drössiger Team Hürtgenwald in ihrer Arbeit gestört. Die Teams, die je einen Fahrer in der mittlerweile nur noch aus vier Rennern bestehenden Gruppe vertreten hatten, verschleppten immer wieder das Tempo, so dass der Vorsprung uneinholbar anwuchs. Das Rennen wurde durch die Zwischensprints unrhythmisch und schwer zu fahren. Radermacher und Oeben blieb nur noch, ihre Chance im Kampf um Platz 5 zu suchen. Beide lagen in der Schlussrunde in einer guten Position. Patrick Oeben, der Jan Radermacher an seinem Hinterrad hatte, fand in der Zielkurve die Lücke und nutzte seine Chance. In einem tollen Finish setzte auch er seine Sprintstärke unter Beweis und musste sich in einer Millimeterentscheidung nur Thomas Radermacher vom Radsport Team Köln geschlagen geben. Platz sechs war der verdiente Lohn eines sehr windigen aber sonnigen Renntages. Jan Radermacher verlor das Hinterrad seines Teamkollegen und hatte so keine Chance mehr, in den Endkampf einzugreifen.

PT/KT/A/B/-Klasse:
Beim Hauptrennen der Elite mischten sich Yannick Bok, Frank Lütters und Tobias Sydlik unter ein mitunter hochkarätig besetztes Fahrerfeld. Das Rennen über 101 km war mit einem Stundenmittel von ca. 49km/h extrem schnell und wurde geprägt von zahlreichen aber erfolglosen Attacken. Nach gut der Hälfte des Rennens stand dann eine dreiköpfige Spitzengruppe, aus der der spätere Sieger Artur Gajek vom Team Milram hervorging.
Während Lütters und Sydlik im Hauptfeld das Ziel erreichten, erwischte es einmal mehr Yannick Bok, der infolge eines Sturzes das Rennen beenden musste.

© Text : Ingrid Oeben
Fotos: P. Radermacher/I. Oeben